Die Kurzantwort
- Die Anzahl richtet sich nach Grundfläche und Brandgefährdung: Die ASR A2.2 rechnet in Löschmitteleinheiten (LE), zum Beispiel 12 LE bis 200 m².
- Zum nächsten Feuerlöscher dürfen es höchstens 20 Meter Laufweg sein, bei erhöhter Brandgefährdung nur 5 bis 10 Meter.
- Feuerlöscher müssen mindestens alle zwei Jahre von einer fachkundigen Person geprüft werden.
- Im Büro ist meist ein Schaumlöscher die bessere Wahl als Pulver.
Wie viele Feuerlöscher Sie brauchen
Die ASR A2.2 zählt nicht Geräte, sondern Löschmitteleinheiten (LE). Jeder Feuerlöscher bringt je nach Löschvermögen eine bestimmte Zahl an LE mit. Wie viele LE Sie insgesamt brauchen, hängt von der Grundfläche ab. Bei normaler Brandgefährdung – also in Büros, Praxen, vielen Geschäften und Werkstätten – gilt diese Grundausstattung:
| Grundfläche | Löschmitteleinheiten |
|---|---|
| bis 50 m² | 6 LE |
| bis 100 m² | 9 LE |
| bis 200 m² | 12 LE |
| bis 300 m² | 15 LE |
| bis 400 m² | 18 LE |
| bis 500 m² | 21 LE |
| bis 600 m² | 24 LE |
| bis 700 m² | 27 LE |
| bis 800 m² | 30 LE |
| bis 900 m² | 33 LE |
| bis 1.000 m² | 36 LE |
| je weitere 250 m² | + 6 LE |
Quelle: ASR A2.2, Tabelle 3 (normale Brandgefährdung)
Wie viele LE ein Löscher hat, ergibt sich aus dem Löschvermögen auf dem Etikett. Ein Löscher mit 21A zählt 6 LE, mit 27A 9 LE, mit 43A 12 LE und mit 55A 15 LE. Entscheidend ist die Brandklasse, die in Ihrem Betrieb vorherrscht – meist A.
Rechenbeispiel
Ein Büro mit 600 m² braucht 24 LE. Rein rechnerisch würden zwei Löscher mit je 12 LE reichen. Weil aber jeder Arbeitsplatz höchstens 20 Meter vom nächsten Löscher entfernt sein darf, sind auf einer verwinkelten Etage oft vier Löscher mit je 6 LE die bessere Lösung: kürzere Wege, leichtere Geräte, gleiche Summe.
Bei erhöhter Brandgefährdung – etwa in Lackierereien, Tischlereien, Lagern mit viel brennbarem Material oder bei Arbeiten mit Gasen und Lösemitteln – reicht die Grundausstattung nicht. Welche zusätzlichen Löscher nötig sind, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung.
Welcher Feuerlöscher wohin?
Ein Feuerlöscher muss zu dem passen, was bei Ihnen brennen kann. Das zeigen die Brandklassen auf dem Etikett: A für feste Stoffe wie Papier und Holz, B für Flüssigkeiten, C für Gase, D für Metalle und F für Speiseöle.
Schaum oder Wasser
Brandklasse A (und B bei Schaum)
Erste Wahl für Büros, Praxen, Verkaufsräume und Lager mit Papier, Holz und Textilien. Hinterlässt deutlich weniger Schaden als Pulver.
Pulver
Brandklassen A, B, C
Sehr vielseitig und für Außenbereiche, Werkstätten und Gasbrände geeignet. In Innenräumen nimmt das Pulver aber schlagartig die Sicht und verteilt sich im ganzen Raum.
Kohlendioxid (CO₂)
Brandklasse B
Löscht rückstandsfrei – deshalb oft an Serverräumen und Schaltschränken. Für Brände von Papier oder Holz ist CO₂ nicht geeignet, in kleinen Räumen ist Vorsicht geboten.
Fettbrandlöscher
Brandklasse F
Für Speiseöle und -fette in Küchen und Kantinen. Brennendes Fett nie mit Wasser löschen – es kommt zur Fettexplosion.
Am einfachsten ist es, wenn im ganzen Betrieb möglichst gleich bedienbare Löscher hängen. Wer im Ernstfall erst überlegen muss, wie das Gerät funktioniert, verliert wertvolle Sekunden.
Wo Feuerlöscher hängen müssen
Der beste Feuerlöscher nützt nichts, wenn ihn im Ernstfall niemand findet. Diese Punkte prüfen wir bei jeder Brandschutzbegehung:
- Laufweg zum nächsten Feuerlöscher höchstens 20 Meter, bei erhöhter Brandgefährdung 5 bis 10 Meter
- Feuerlöscher sichtbar und frei zugänglich – nicht hinter Regalen, Ware oder Türen
- Griff in 0,80 bis 1,20 Meter Höhe
- Gekennzeichnet mit dem Brandschutzzeichen F001 bzw. F005, auch aus der Ferne erkennbar
- Bevorzugt an Ausgängen, Fluren und Treppenzugängen – also auf dem Fluchtweg
- Prüfplakette vorhanden und nicht älter als zwei Jahre
- Nach jeder Benutzung – auch nach einem kurzen Sprühstoß – sofort neu befüllen lassen
Prüfung und Wartung
Feuerlöscher müssen nach ASR A2.2 mindestens alle zwei Jahre durch eine fachkundige Person geprüft werden. Das übernimmt in der Regel ein Wartungsfachbetrieb, der das Ergebnis mit einer Prüfplakette am Gerät festhält. Wo Löscher Witterung, Staub oder Erschütterungen ausgesetzt sind, können kürzere Abstände nötig sein.
Zwischen den Prüfungen lohnt ein kurzer Blick im Alltag: Hängt der Löscher noch, ist er frei zugänglich, ist die Plombe unversehrt? Wurde ein Löscher benutzt – und sei es nur kurz –, muss er sofort neu befüllt werden. Ein teilentleerter Löscher kann im Ernstfall nach wenigen Sekunden leer sein.
Bedienen können – nicht nur besitzen
Ein Feuerlöscher ist schneller leer, als die meisten denken: Ein 6-Liter-Löscher reicht etwa 10 bis 20 Sekunden, ein 9-Liter-Löscher bis zu etwa 30 Sekunden. Wer das Gerät zum ersten Mal in der Hand hat, verschwendet einen großen Teil davon. Deshalb lernen alle Beschäftigten in der Brandschutzunterweisung, wo die Löscher hängen, und Ihre Brandschutzhelfer üben den Einsatz in der Löschübung selbst – bei uns am Löschtrainer mit echter Flamme.
Löscher da – und jemand, der sie bedienen kann
Wir bilden Ihre Brandschutzhelfer mit Löschübung an echtem Feuer aus und prüfen bei einer Begehung, ob Anzahl, Standorte und Kennzeichnung Ihrer Feuerlöscher passen.
Häufige Fragen
Wie oft müssen Feuerlöscher geprüft werden?
Nach ASR A2.2 mindestens alle zwei Jahre durch eine fachkundige Person. Bei starker Beanspruchung, etwa durch Witterung, Staub oder Erschütterungen, können kürzere Abstände nötig sein. Das Ergebnis wird mit der Prüfplakette am Gerät dokumentiert.
Wer darf Feuerlöscher prüfen?
Eine fachkundige Person, in der Praxis ein Wartungsfachbetrieb für Feuerlöscher. Eine Sichtkontrolle durch eigene Beschäftigte ist trotzdem sinnvoll: Hängt der Löscher an seinem Platz, ist er frei zugänglich, ist die Plombe intakt? Solche Mängel fallen bei einer Brandschutzbegehung schnell auf.
Reicht ein Feuerlöscher für ein kleines Büro?
Bis 50 m² verlangt die ASR A2.2 bei normaler Brandgefährdung 6 Löschmitteleinheiten. Die lassen sich oft mit einem einzigen Löscher abdecken, zum Beispiel einem 6-Liter-Schaumlöscher mit entsprechendem Löschvermögen. Maßgeblich ist das Löschvermögen auf dem Etikett, nicht die Füllmenge.
Zählen Wandhydranten oder Löschdecken mit?
Löschdecken zählen nicht zu den Löschmitteleinheiten, sind aber in Küchen eine sinnvolle Ergänzung. Wandhydranten können unter bestimmten Voraussetzungen teilweise angerechnet werden. Das sollte im Einzelfall mit der Gefährdungsbeurteilung abgestimmt werden.
Wer muss mit dem Feuerlöscher umgehen können?
Alle Beschäftigten sollten in der jährlichen Brandschutzunterweisung lernen, wo die Löscher hängen und wie sie grundsätzlich funktionieren. Brandschutzhelfer üben den Einsatz zusätzlich praktisch in einer Löschübung.
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Dieser Artikel gibt einen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen Fassungen der genannten Vorschriften und Ihre Gefährdungsbeurteilung.
