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Ratgeber · Brandklassen

Brandklassen A, B, C, D, F: Übersicht und Löschmittel

Nicht jedes Feuer lässt sich mit jedem Löscher bekämpfen – im schlimmsten Fall macht das falsche Löschmittel den Brand gefährlicher. Die Brandklassen zeigen, welcher Feuerlöscher wohin gehört.

Von Christian Schramm, zertifizierter BrandschutzbeauftragterStand: 26. Oktober 20265 Min. Lesezeit

Die Kurzantwort

  • Nach DIN EN 2 gibt es fünf Brandklassen: A (feste Stoffe), B (Flüssigkeiten), C (Gase), D (Metalle) und F (Speiseöle und -fette).
  • Ein Feuerlöscher muss zu den Stoffen passen, die in Ihrem Betrieb brennen können. Die geeigneten Klassen stehen als Piktogramm auf dem Etikett.
  • Eine Brandklasse E für Elektrobrände gibt es nicht mehr. Löscher für elektrische Anlagen tragen stattdessen Spannung und Mindestabstand.
  • Fettbrände nie mit Wasser löschen – dafür gibt es Fettbrandlöscher der Klasse F.

Die Brandklassen im Überblick

Die Einteilung stammt aus der europäischen Norm DIN EN 2. Die Arbeitsstättenregel ASR A2.2 übernimmt sie und verlangt, dass Feuerlöscher für die im Betrieb vorhandenen Stoffe geeignet sind.

A

Brandklasse A: Feste Stoffe

Brände fester Stoffe, meist organischer Natur, die mit Glut verbrennen.

Beispiele: Holz, Papier, Pappe, Textilien, Kohle, Autoreifen

B

Brandklasse B: Flüssige Stoffe

Brände von Flüssigkeiten oder von Stoffen, die beim Erhitzen flüssig werden.

Beispiele: Benzin, Öle, Schmierfette, Lacke, Harze, Wachse, Teer

C

Brandklasse C: Gase

Brände von Gasen. Zuerst die Gaszufuhr schließen – ein gelöschter Gasbrand mit weiter ausströmendem Gas kann explodieren.

Beispiele: Methan, Propan, Erdgas, Wasserstoff, Acetylen

D

Brandklasse D: Metalle

Brände von Metallen. Sie brennen extrem heiß; Wasser kann heftige Reaktionen auslösen.

Beispiele: Aluminium, Magnesium, Lithium, Natrium, Kalium und deren Legierungen

F

Brandklasse F: Speiseöle und -fette

Brände von pflanzlichen oder tierischen Ölen und Fetten in Fritteusen, Pfannen und anderen Küchengeräten.

Beispiele: Frittierfett, Speiseöl, Bratfett

Welches Löschmittel für welche Brandklasse?

BrandklasseGeeignete Löschmittel
A – Feste StoffeWasser, Schaum, ABC-Pulver
B – Flüssige StoffeSchaum, ABC- oder BC-Pulver, Kohlendioxid (CO₂)
C – GaseABC- oder BC-Pulver
D – MetalleSpezielles Metallbrandpulver (D-Pulver), trockener Sand
F – Speiseöle und -fetteFettbrandlöscher (F), Löschdecke für kleine Pfannenbrände

Was die einzelnen Löscher können und wo sie im Betrieb hängen sollten, lesen Sie im Ratgeber Feuerlöscher im Betrieb.

Und Elektrobrände? Warum es keine Klasse E gibt

Früher gab es eine eigene Brandklasse E für Brände in elektrischen Anlagen. Sie wurde abgeschafft, denn Strom brennt nicht: Es brennt die Isolierung, das Gehäuse oder das Material daneben – also ein Stoff der Klassen A oder B. Die ASR A2.2 weist deshalb ausdrücklich keine eigene Brandklasse für elektrische Anlagen aus.

Entscheidend ist stattdessen, ob der Löscher in der Nähe von Spannung eingesetzt werden darf. Geeignete Feuerlöscher sind mit der maximalen Spannung und dem Mindestabstand gekennzeichnet, zum Beispiel „bis 1000 V, Mindestabstand 1 m“. Halten Sie diesen Abstand ein – und schalten Sie den Strom ab, wenn das gefahrlos möglich ist.

So lesen Sie das Etikett

Auf jedem Feuerlöscher stehen die Piktogramme der Brandklassen, für die er geeignet ist, und das Löschvermögen – zum Beispiel 21A 113B. Die Zahl beschreibt die Größe des genormten Prüffeuers, das der Löscher geschafft hat, der Buchstabe die Brandklasse. Je höher die Zahl, desto mehr Löschleistung.

Für die Klassen A und B lässt sich das Löschvermögen in Löschmitteleinheiten umrechnen. Daraus ergibt sich, wie viele Feuerlöscher Sie brauchen – das rechnet der Feuerlöscher-Rechner für Sie aus. Für Gase und Metalle wird nur die Eignung bescheinigt, für Fettbrände gibt es eigene Größen wie 5F, 25F, 40F und 75F.

Was das für Ihren Betrieb heißt

  • Büro, Praxis, Verwaltung

    Vor allem Klasse A. Schaum- oder Wasserlöscher; an Serverraum und Schaltschrank zusätzlich CO₂.

  • Werkstatt, Lager, Produktion

    Oft A und B, etwa durch Öle, Lacke und Verpackungen. Schaumlöscher für A und B oder Pulver – je nach Gefährdungsbeurteilung.

  • Küche, Kantine, Gastronomie

    Zusätzlich Klasse F: Fettbrandlöscher in direkter Nähe der Fritteuse.

  • Gasflaschen, Heizungsräume

    Klasse C: Pulverlöscher, und vor allem die Gaszufuhr schließen können.

  • Metallbearbeitung, Akkulager

    Klasse D bei brennbaren Metallen: Spezialpulver. Lithium-Akkus brauchen eine eigene Bewertung.

Am wichtigsten ist, dass Ihre Beschäftigten die Löscher im Ernstfall auch einsetzen können. Wie das geht, zeigt der Ratgeber Feuerlöscher richtig benutzen.

Den richtigen Löscher kennen – und bedienen können

In der Brandschutzhelfer-Ausbildung lernen Ihre Beschäftigten Brandklassen und Löschmittel kennen und löschen selbst an echtem Feuer. Bei einer Begehung prüfen wir, ob Ihre Feuerlöscher zu den Gefahren im Betrieb passen.

Häufige Fragen

Welche Brandklassen gibt es?

Nach DIN EN 2 gibt es fünf Brandklassen: A für feste Stoffe wie Holz und Papier, B für flüssige oder flüssig werdende Stoffe wie Benzin und Lacke, C für Gase wie Propan und Erdgas, D für Metalle wie Aluminium und Magnesium und F für Speiseöle und -fette in Küchen.

Warum gibt es keine Brandklasse E?

Die frühere Brandklasse E für Brände in elektrischen Anlagen wurde abgeschafft. Elektrischer Strom brennt nicht selbst – es brennt immer ein Stoff, der einer der übrigen Klassen angehört. Feuerlöscher, die für den Einsatz an elektrischen Anlagen geeignet sind, tragen stattdessen die maximale Spannung und den Mindestabstand, zum Beispiel „bis 1000 V, Mindestabstand 1 m“.

Welcher Feuerlöscher für das Büro?

In Büros brennen vor allem feste Stoffe wie Papier, Möbel und Textilien, also Brandklasse A. Dafür eignen sich Schaum- oder Wasserlöscher. Sie hinterlassen weniger Schaden als Pulverlöscher, deren Pulver sich im ganzen Raum verteilt. An Serverräumen und Schaltschränken ergänzen viele Betriebe einen CO₂-Löscher.

Darf man brennendes Fett mit Wasser löschen?

Nein, niemals. Wasser verdampft im heißen Fett schlagartig und reißt brennendes Fett mit – es kommt zur Fettexplosion mit einer meterhohen Stichflamme. Für Fettbrände gibt es Fettbrandlöscher der Brandklasse F. Kleine Pfannenbrände lassen sich auch mit einer Löschdecke oder einem passenden Deckel ersticken.

Was bedeutet ABC-Pulver?

ABC-Pulverlöscher sind für die Brandklassen A, B und C geeignet, also für feste Stoffe, Flüssigkeiten und Gase. Sie sind sehr vielseitig. In Innenräumen nimmt das Pulver aber sofort die Sicht und verursacht hohe Folgeschäden, deshalb werden dort meist Schaumlöscher bevorzugt.

Wie finde ich heraus, für welche Brandklassen ein Feuerlöscher geeignet ist?

Auf dem Etikett. Dort stehen Piktogramme der Brandklassen und das Löschvermögen, etwa „21A 113B“. Die Zahl gibt an, wie groß das genormte Prüffeuer war, das der Löscher gelöscht hat; der Buchstabe nennt die Brandklasse. Fehlt eine Klasse auf dem Etikett, ist der Löscher dafür nicht geeignet.

Weitere Ratgeber

Dieser Artikel gibt einen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen Fassungen der genannten Vorschriften und Ihre Gefährdungsbeurteilung.